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Skat-Online -> Intern -> Presse -> Freie Presse 22.09.2007

Presse

Reichenbacher Zeitung, 22.09.2007

Foto und Artikel von Jan Schulte Holthaus, mit freundlicher Genehmigung

Foto: Jan Schulte Holthaus

Reichenbach. "GB" - Gut Blatt. Im Internet fasst man sich kurz. Keine verrauchte Spelunken und keine Ströme von Bier, keine Öffnungszeiten und kein Heimweg. Es wird nicht gemischt, nicht gegeben und nicht auf den Tisch gehauen und die Mitspieler heißen nicht Heinz und Klaus und Rüdiger, sondern Alex74, Hexe und Flubs. Skatspielen am Computer hat wenig gemein mit jenem Klassiker männlich-geselliger Feierabendgestaltung.

Der Reichenbacher Ronny Ullrich spielt seit 30 Jahren Skat. Vor einigen Jahren hat er angefangen, sich auf Portalen im Internet nach Mitspielern umzusehen. Die Neugier habe ihn damals angetrieben, erzählt er. Heute setzt er sich regelmäßig an den virtuellen Tisch. Über den Chat, die schriftliche Kommunikation im Telegrammstil, hat er einige Leute näher kennengelernt. Mit ihnen trifft er sich häufiger auf eine Partie, zum Beispiel mit "Natividate", einem deutschen Hochsegler, der auf Madeira lebt, mit "Gringopuma", einem pensionierten Tankerkapitän, der sich in Chile zur Ruhe gesetzt hat, oder mit "ultimatule", der in einer Solarfabrik in Nordschweden arbeitet. "Man kommt mit den unterschiedlichsten Leuten in Kontakt", sagt Ullrich, "die kommen aus allen möglichen Berufssparten und aus allen gesellschaftlichen Schichten."

Ullrich spielt inzwischen in der 2. Liga und belegt einen Aufstiegsplatz. Auch mit seiner Mannschaft "Ohne Furcht und Tadel" nimmt er an Turnieren teil. Etwa 30 Stunden verbringt er pro Monat mit dem Skatspielen am Bildschirm. Seine Frau Katrin verdrehe schon manchmal verständnislos die Augen.

Für das Wochenende aber hat sich Ullrich etwas Besonderes ausgedacht. Er hat die Mitglieder seines Mannschaft und seine "Buddies" - seine Lieblingsmitspieler - zu sich ins Vogtland eingeladen, ganz real. "Während des Spiels werden oft Witzchen gemacht wie 'ich geb das nächste Mal einen aus'." Da sei er auf die Idee gekommen, ein Treffen in seinem Restaurant im Reichenbacher Neubaugebiet zu organisieren. Seinen Gästen wird er das Vogtland zeigen, die Göltzschtalbrücke und die Talsperre Pöhl. Und zum ersten Mal wird er mit ihnen an einem echten Tisch sitzen und mit echten Karten spielen. Doch bis dahin heißt es weiter "gu8" und "biba" - Gute Nacht und bis bald.