Skatgerichtsentscheidung 168-2002
Anfrage
Ein Spieler spielt einen Grand Ouvert mit Karo Ass, 10, 7 als einzige Schwachstelle. Ein Spieler hat Karo König zu dritt, wirft aber eine Karo Lusche ab (ob versehentlich oder mit Absicht sei dahingestellt). Der andere Spieler beschwert sich nun diesbezüglich.
Meine Fragen:
1. Wie wird der Grand ouvert gewertet?
2. Wird der Spieler mit dem Fehler verwarnt?
Entscheidung
Der Alleinspieler hat sein Spiel „Grand ouvert“ gewonnen.
Begründung
Voraussetzung für den Spielgewinn ist, dass der Alleinspieler alle Stiche bekommt (siehe SkO 5.2.6). Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler „Grand ouvert“ angesagt und alle Stiche erhalten. Er hat deshalb das angesagte Spiel gewonnen. Lt. ISkO 3.5.2 (siehe unten) haftet jeder der Gegenspieler für die Spielfehler seines Partners. Ob der Gegenspieler die Karo-Karte versehentlich oder mit Absicht abgeworfen hat, ist nicht mehr nachvollziehbar. Der Gegenspieler wird im nachhinein schon eine Begründung für sein Spielverhalten gegeben haben. Wenn diese Begründung (versehen, nicht aufgepasst o.ä..) von den Mitspielern akzeptiert wird, ist der Fall abgeschlossen. Sollte an der Aussage des Spielers allerdings ein Vorsatz zu erkennen sein, ist dieser zu verwarnen bzw. vom weiteren Turnier auszuschließen.
ISkO 3.5.2
Jeder einzelne der Gegenpartei ist gleichermaßen am Erfolg wie Misserfolg der Gegenspieler beteiligt. Es haften demnach auch alle gemeinsam für die Folge von Regelverstößen im Gegenspiel oder Spielaufgabe.
<<< ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT
|